Frederick Lau

Frederick Lau in “Crooks”: “Es ist sehr wichtig, dass man zusammenhält”

Licht, Kamera, Action

5 Min.

© Netflix/ Stephie Braun

Die Netflix-Serie „Crooks“ des österreichischen Regisseurs Marvin Kren ließ 2024 die Herzen rasen; am 14. April startet nun die langersehnte zweite Staffel. Wieder mit dabei in der schnell geschnittenen Krimithriller-Story rund um eine gestohlene Goldmünze, sind unter anderem Georg Friedrich, Christoph Krutzler, Svenja Jung, Lukas Watzl und Frederick Lau. Mit Letzterem unterhielten wir uns über die neuen Folgen, die zwischen Thailand und Wien stattfinden, über Action aus dem deutschsprachigen Raum und wieso er es liebt, dass sich die Wiener:innen nix scheißen.

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Frederick Lau im Interview

Sie und Christoph Krutzler waren in der ersten Staffel die Gejagten, jetzt werdet ihr zu Jägern. Welcher Part liegt Ihnen mehr?

Frederick Lau: Ich mag beides gerne. Es gibt bei der Rolle des Jägers noch so einen anderen Druck in der Rolle – wenn du was unbedingt schaffen musst oder irgendwas besorgen willst, damit alles wieder ins Lot kommt.

Wie sah Ihre Vorbereitung dieses Mal aus?

Es geht in den neuen Folgen unter anderem um Rahu, eine Gottheit, und vor dem Dreh waren wir bei einer Zeremonie und haben um Erlaubnis gebeten, die Gottheit überhaupt zu thematisieren. Wir haben uns viel mit der thailändischen Kultur beschäftigt. Wir hatten außerdem immer wieder bei den Fahrten durch Bangkok Polizeieskorten, wegen der Staus. So konnten wir das originale Feeling sicherstellen. Das größere Problem war, dass es so laut in dieser Stadt ist, dass man teilweise alle Dialoge nochmal im Studio nachsprechen musste. Und dann war es natürlich körperlich sehr intensiv. Wir haben jeden Tag trainiert und waren superfit. Alle Kampfchoreografien waren minutiös ausgearbeitet, wir hatten tolle Stuntmen – das sieht man selten in einer deutschsprachigen Serie.

Gab es eine besonders brenzlige Situation beim Dreh?

Ich habe einmal einen der Holländer in einer Kampfszene touchiert – es war zum Glück die letzte Einstellung. Der hatte dann einen Cut an der Lippe. Grundsätzlich hat man sich natürlich trotzdem immer gut um uns gekümmert. Was aber wirklich brenzlig war in Thailand: Wir waren dort während eines Erdbebens der Stärke 7,4. Das Krasse: Auch in der ersten Staffel gab es ein Erdbeben während des Drehs in Italien. Das war schon eine andere Nummer jetzt. Wir mussten alle evakuiert werden, alle waren draußen auf der Straße und durften nicht mehr zurück. Das war heftig.

Für Ihre Figur Charly ist Familie einer der größten Antriebspunkte. Inwiefern motiviert Sie Ihre Familie bei Ihrer Arbeit?

Es ist manchmal schwer, so lange weg zu sein. Aber es ist meine größte Motivation, dass meine Kinder irgendwann sagen, dass ich ein guter Vater war oder ich tolle Sachen mit denen erlebt habe. Gerade ist es noch schwer, denen zu sagen, dass ich das alles für sie mache, weil sie es noch nicht verstehen können, aber ich bin sicher, dass sie es checken, wenn sie älter sind. Ich bin der Meinung, dass die eigenen Kinder die größte Motivation sind und sie am meisten Kraft geben.

Sind sie schon Fans von Ihnen?

Ich zeige ihnen manchmal Ausschnitte aus „Crooks“. Die können das schon gut abschätzen, dass das meine Arbeit ist und dass es nicht echt ist. Das finden sie schon cool. Wobei meine Tochter mit mir gar nichts anschauen kann. Immer, wenn etwas Schlechtes passiert, weint sie sofort. Meine Söhne gehen damit lockerer um.

Sie sind in letzter Zeit häufig in Gangsterrollen besetzt worden. Was macht Ihnen daran besonders Spaß?

Der körperliche Aspekt, vor allem bei „Crooks“. Es ist einfach eine Action-Serie. Normalerweise sieht man das oft in amerikanischen Produktionen, aber ich finde, dass wir uns da überhaupt nicht verstecken müssen. Dass wir geile Action-Szenen drehen, schreiben wir uns auch bei der Serie auf die Fahne, würde ich sagen. Außerdem ist es auch interessant, solche Halbweltgeschichten zu erzählen. Etwas zu entdecken und zu sehen, was man aus dem eigenen Leben nicht kennt, macht mir wirklich Spaß.

Ihre Figur Charly wusste nicht, was ein Hawara ist. Wie schaut’s bei Ihnen aus?

Das ist ein Freund (grinst).

Der teilweise starke österreichische Dialekt war sicher gar nicht so einfach zu verstehen, oder?

Ich glaube auch, dass viele Leute dadurch österreichisch gelernt haben. Für mich und Marvin (Kren, Anm. d. R.) war es schon die vierte Produktion, also würde ich schon sagen, dass ich das ganz gut verstehe. Da kommt man rein. Vor allem mag ich Wien wirklich gerne; die Leute sind cool und ich mag’s, dass sie sich nichts scheißen. Das Essen ist auch super und ich finde insgesamt das Lebensgefühl einfach klasse.

Wie kann Ihrer Meinung nach die Zusammenarbeit unter Freunden gelingen?

Man weiß, was man hat. Das Gute ist, dass sie mir von Beginn an vertrauen, mich kennen und im Fall von Marvin: Er kann sicher nochmal ganz viel aus mir rauskitzeln, was andere Leute erstmal gar nicht sehen. So treibt er mich ein bisschen zur Höchstleistung an.

Sie sind oft in Geschichten über Freundschaft und Zusammenhalt zu sehen. Was liegt Ihnen persönlich daran?

Es ist sehr wichtig, dass man zusammenhält. Ich glaube, nur so funktioniert es in der Gesellschaft. Ich glaube, es liegt am Urinstinkt der Menschen, eine Gruppe zu haben; eine intakte Familie, sodass man seine Aufgaben hat, voneinander profitiert und sich motiviert.

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