Er ist der meist ausgezeichnete Friseur Österreichs und hat mit einem Lehrberuf eine beispiellose internationale Karriere gemacht. Seine Multimedia-Frisurenshows zeigte er in über 40 Ländern und inspirierte Tausende Friseur:innen weltweit mit seinen atemberaubenden Kreationen. Seit Jahren ist es ihm ein besonderes Anliegen, gegen das verzerrte Image seines Berufs zu kämpfen und aufzuzeigen, wie facettenreich das Friseursein eigentlich ist.

Der meist ausgezeichnete Friseur Österreichs: Mario Krankl. Foto: Daniel Sommer
Im Interview erzählt uns Mario Krankl: „Ich hatte die Wahl zwischen einem mittelmäßigen Akademiker oder meiner echten Berufung. Für Letzteres habe ich mich entschieden.“
Heute ist er glücklich als Friseur, und was die Zweifler:innen sicher mehr interessiert als das persönliche Glück eines Einzelnen: Er ist auch erfolgreich mit diesem Lehrberuf. Seine Branche feiert ihn sogar als eine Art „Rockstar“.
Unser Salzburg: Herr Krankl, Sie sind Global Ambassador der weltweit tätigen Marke Goldwell, Creative Director des KLIPP-Fashion-Teams, seit Neuestem Modedirektor von Intercoiffure Mondial und betreiben einen eigenen exklusiven Salon in Salzburg, in dem Sie auch Lehrlinge ausbilden. Was ist das Schöne an Ihrem Beruf?
Mario Krankl: Ich glaube, in Ihrer Frage steckt schon ein Teil der Antwort: Friseur:in zu sein ist sehr vielschichtig. Wer kreativ ist, Mode und Menschen mag, wird in diesem Beruf immer ein Betätigungsfeld finden. Das Schöne ist, dass man als Friseur:in nicht nach ein paar Jahren Berufserfahrung „fertig“ ist. Mode entwickelt sich ständig weiter und unser Beruf auch. Zudem kann man sich als Friseur:in jeden Tag mehrfach positives Feedback holen, weil sich unsere Kund:innen über tolle Haare oft so dermaßen freuen. Das steckt an und löst Glückshormone aus. Was man auch nicht vergessen darf: Dieser Beruf ist nicht automatisierbar! Es wird keinen Haarschneidecomputer geben.
Inwiefern hat sich der Lehrberuf Friseur:in geändert? Was ist heute anders als noch vor 10 oder 20 Jahren?
Es ist ein anspruchsvoller Mode- und Kreativberuf geworden. Die Mitarbeiter:innen werden heutzutage intensiver gefördert, und die Betriebe überlegen sich viel, um ein tolles Arbeitsumfeld zu schaffen. Die Verdienstmöglichkeiten sind wesentlich besser, denn der Kollektivvertag ist ja nur die Einstiegsbasis. Gute Arbeit wird auch gut bezahlt und wertgeschätzt.
Wir zum Beispiel investieren viel in hervorragende Ausbildung, und uns ist außerdem die Stimmung im Team sehr wichtig.
Was sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, wenn man sich dafür entscheidet, Friseur:in zu werden?
Man sollte auf alle Fälle modeinteressiert und handwerklich geschickt sein. Man muss auch eine gute Vorstellungsgabe haben und sich auf andere Menschen einlassen und sie wahrnehmen können. Ein:e Friseur:in hat nämlich die schöne Aufgabe, sein:ihr Gegenüber „aufzunehmen“ und zwar, wie dieser Mensch als Ganzes ist. „Aufnehmen“ bedeutet, dass der: die Friseur:in aufgrund der äußeren Merkmale und auch aufgrund des Verhaltens erkennt, was dem:der Kund:in passt. Das ist „typgerecht“ zu arbeiten. Ich kann zum Beispiel nicht einer ungeduldigen Kundin eine Frisur machen, die sie zu Hause jeden Tag 30 Minuten stylen muss, auch wenn ihr die Frisur passen würde. Wir setzen eben keine fertigen „Hüte“ auf. Styling ist wie „Maßschneidern“. Es ist anspruchsvoll, und man lernt nie aus. Deswegen bleibt es immer spannend, wenn man es gut machen will.
Welche Karrieremöglichkeiten gibt es, wenn man sich für die Friseur:innenlehre entscheidet?
Man kann in einem Salon Karriere machen. Aufgrund des Fachkräftemangels kann man sich als gute:r Friseur:in heutzutage in einem Salon sehr gut etablieren und gut verdienen. Es ermöglicht einem auch, nebenbei kreativ zu arbeiten. Es gibt sehr viele interessante Awards, man kann im Shootingbereich und in der Werbung als Haar- und Make-up-Artist:in arbeiten, wie etwa für die Haarkosmetikindustrie. Wenn man wirklich ehrgeizig ist, wird man es sehr weit bringen. Ich mache beispielsweise weltweit Multimedia- und Frisurenshows auf großen Bühnen wie in Los Angeles, Paris, Tokyo, Taiwan, Shanghai und London. Der Beruf wird vollkommen unterschätzt.
Welche Frisurentrends gibt es heuer?
Bobs in allen Varianten sind „in“. Auch Stufenschnitte sind wieder modern. Stirnfransen sind ebenfalls noch ein Thema: Die „Curtain Bangs“ in allen Varianten sind sehr angesagt. „Wispy Bangs“ nennen sich übrigens die beliebtesten Stirnfransen 2023. Farbtechnisch sind natürliche Looks ein dauerhaftes Modethema. „Sun kissed“-Highlights sind ebenfalls nicht mehr wegzudenken. Auch Kupfer- und Rottöne sind in. Ein Trend für eher Jüngere sind die sogenannten „Grown-out Roots“. Damit es cool aussieht, braucht es aber trotzdem den:die Friseur:in, sonst sieht es schnell sehr ungepflegt aus.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Immer in Bewegung bleiben.Ich bin ein sehr aktiver Mensch und setze gerne meine Visionen in die
Tat um, und irgendwie gehen mir die Ideen Gott sei Dank nie aus.
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