Wie sinnvoll sind Detoxkuren im Frühling?
Saftkuren, Detox-Tees & Co.: Was unserem Körper wirklich guttut und was (leider) nur Mythos ist.
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Der Frühling steht für Neuanfang. Die Tage werden länger, die Kleidung leichter und mit den ersten Sonnenstrahlen kommt bei vielen der Wunsch auf, auch den eigenen Körper einmal gründlich „aufzuräumen“. Detox-Tees, Saft- und Frühjahrskuren boomen. Doch was ist dran am Versprechen, den Körper zu entgiften? Und was ist eher Marketing als Medizin? Zeit für einen Faktencheck.
3 Mythen im Check
Mythos 1: Unser Körper ist „verschlackt“ und muss entgiftet werden
Fakt: Unser Körper ist ein echtes Detox-Wunder – und zwar jeden Tag. Leber, Nieren, Darm und Haut zum Beispiel arbeiten rund um die Uhr daran, Abfallstoffe auszuscheiden. Dafür brauchen sie keine Saftkur und keinen Spezialtee, sondern vor allem eines: gute Arbeitsbedingungen. Der Körper verfügt über hocheffiziente Entgiftungssysteme. Wenn diese Organe gesund sind, gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass spezielle Detox-Produkte zusätzliche Gifte aus dem Körper spülen.
Mythos 2: Saftkuren reinigen den Darm
Fakt: Saftkuren liefern Vitamine, aber kaum Ballaststoffe. Doch gerade Ballaststoffe sind entscheidend für eine gesunde Darmflora. Wer mehrere Tage nur Säfte trinkt, nimmt zwar kurzfristig weniger Kalorien zu sich, entzieht dem Darm aber genau das, was er braucht, um optimal funktionieren zu können. Ein kurzfristiges „leichtes Gefühl“ entsteht oft eher durch den Verzicht auf schwer verdauliche Lebensmittel und nicht durch eine tatsächliche Reinigung.
Mythos 3: Detox ist der perfekte Kickstart zum Abnehmen
Fakt: Der schnelle Gewichtsverlust ist meist kein Fett. Die Zahl auf der Waage sinkt bei Detox-Kuren häufig, allerdings vor allem durch Wasserverlust und reduzierte Nahrungsaufnahme. Sobald wieder normal gegessen wird, kehren meist auch die Kilos zurück. Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht durch radikalen Verzicht, sondern durch alltagstaugliche Gewohnheiten, die man am besten in kleinen Schritten umsetzt.
Warum Detox trotzdem so gut funktioniert
Wenn Detox-Kuren medizinisch nicht notwendig sind – warum fühlen sich so viele Menschen danach besser? Die Antwort liegt weniger im Körper als im Kopf. Detox bedeutet oft: bewusster essen, Alkohol und Zucker weglassen, innehalten, Routinen hinterfragen. Und dieser mentale Reset ist es, der sehr wohltuend sein kann.
Der bessere Frühjahrs-Reset: Was wirklich hilft
Statt radikaler Kuren empfehlen Ernährungsexperten sanfte, nachhaltige Schritte:
- Leberfreundlich essen: viel Gemüse, Bitterstoffe (z. B. Chicorée und Rucola), hochwertige Fette
- Ballaststoffe erhöhen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Samen
- Zucker & Alkohol reduzieren: schon kleine Pausen entlasten den Stoffwechsel
- Bewegung & Schlaf: unterstützen die natürlichen Reinigungsprozesse
- Mentales Detox: weniger Bildschirmzeit, mehr echte Pausen
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