Karin Bergmann vor den Kulissen von Salzburg

Karin Bergmann: Die neue Intendanz der Salzburger Festspiele

Aus Liebe zur Kunst

3 Min.

© Leo Neumayr

Die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann versteht sich als Brückenbauerin – zwischen Kontinuität, Vertrauen und kultureller Erneuerung. Seit Jahrzehnten zählt Karin Bergmann zu den prägenden Persönlichkeiten der österreichischen Theaterlandschaft. Ihre Laufbahn führte sie vom Schauspielhaus Bochum über Hamburg und Wien bis an die Spitze des Burgtheaters, das sie als erste Direktorin leitete.

Nach ihrer Arbeit für die Salzkammergut Festwochen Gmunden übernimmt sie nun interimistisch die Intendanz der Salzburger Festspiele. Bergmann steht für Verlässlichkeit, künstlerische Sensibilität und einen respektvollen Umgang – Werte, die sie auch in ihrer neuen Aufgabe prägen werden.

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Bis Herbst 2027 sind Sie interimistische Nachfolgerin von  Markus Hinterhäuser. Sie bezeichnen sich selbst als „Brückenbauerin für zwei Sommer“. Wie definieren Sie Ihre Position und welche Prioritäten setzen Sie in dieser Übergangszeit?

Karin Bergmann: Es gibt ein fantastisches, von Markus Hinterhäuser ersonnenes Programm für 2026, weitgehend auch für 2027, das zudem durch die Künstlerinnen und Künstler, durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sommer zum Leben erweckt wird… das möchte ich begleiten – und damit zugleich den Weg ebnen für eine neue Intendanz. 

Sie sagten, die Aufgabe sei auch für Sie selbst überraschend gekommen. Was hat Sie dennoch dazu bewogen, sie anzunehmen?

Wahrscheinlich eine Mischung aus Tollkühnheit, der großen Verbundenheit mit den Salzburger Festspielen und (vor allem!) meiner Liebe zur Kunst… 

Sie sprechen von Sorgfalt, Verlässlichkeit und Respekt – wie lässt sich eine solche Kultur in einem so großen und komplexen Festivalbetrieb konkret umsetzen?

Man kann und muß es vorleben, jeden Tag aufs neue, in jeder Begegnung und jeder Entscheidung.

Was ist Ihnen im Umgang mit Künstler:innen und Mitarbeiter:innen besonders wichtig?

Das Gefühl, gemeinsam für dieselbe Sache zu arbeiten – und der Respekt davor, daß jede und jeder mit ihrer und seiner Arbeit einen Teil dazu beiträgt!

Gibt es bestimmte künstlerische Themen oder gesellschaftliche Fragen, die Sie in den kommenden zwei Sommern stärker sichtbar machen möchten?

Kunst hat die Kraft, Menschen über alle Unterschiede und Grenzen hinweg zu verbinden. So habe ich es in Salzburg immer erlebt. Und das wünsche ich mir auch für dieses und für das nächste Jahr.

Welche Künstler:innen inspirieren Sie aktuell besonders?

Da kann ich niemanden hervorheben: In all den vielen Disziplinen gibt es viele Künstlerinnen und Künstler, die ich bewundere! Und viele davon sehen wir auch in diesem Sommer bei den Festspielen.

Was macht den Kulturstandort Salzburg einzigartig? Was gefällt Ihnen persönlich an Salzburg?

Salzburg als Ort und auch das schöne Salzburger Land haben mich schon immer fasziniert und inspiriert – umso besonderer ist es, hier nun für zwei Sommer arbeiten und leben zu dürfen.

Welche Impulse möchten Sie Ihrer Nachfolgerin oder Ihrem Nachfolger hinterlassen?

Ich halte wenig von Ratschlägen an Nachfolger:innen. Die Aufgabe ist groß, zugleich höchst inspirierend und hat zudem weltweite Ausstrahlung. Für mich geht es jetzt erstmal an diese Arbeit! 

Mehr über die Autorin dieses Beitrags

Elisabeth Trauner
© Privat

Elisabeth Trauner ist Redakteurin bei Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne neue Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.

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