Frau und Mann tanzen

Simone Kopmajer & Viktor Gernot: Songs, die ins Herz gehen

Zwei großartige Künstler, zwei außergewöhnliche Stimmen: Simone Kopmajer und Viktor Gernot präsentierten ihr erstes gemeinsames Album „You Wonderful You“.

5 Min.

© Reithofer Media

Dass die beiden wunderbar harmonieren, ist in jeder Sekunde spür- und hörbar – die Steirerin Simone Kopmajer und der Niederösterreicher Viktor Gernot. „Simone hat diese unfassbare Klasse und eine stimmliche Präzision, die mich jedes Mal aufs Neue staunen lässt“, ist Gernot begeistert. Für die beiden ist „You Wonderful You“ „eine Liebeserklärung an unser Gegenüber, an die Menschen, die uns gerne zuhören und im Dialog mit uns sind“.

Auf Simones Stimme wurde Gernot in einer Bar aufmerksam. „Ich kenne im Bereich Vocal Jazz wirklich unglaublich viel, weil ich da Purist bin und wahnsinnig viel höre und sammle. Und dann habe ich eine Nummer gehört, die für mich sehr international geklungen hat. Auf meine Nachfrage beim Barkeeper erfuhr ich, dass die Sängerin eine Landsmännin von mir sei und in erster Linie in Asien und Amerika unterwegs war. Danach habe ich mich ganz altmodisch darum bemüht, CDs zu bekommen, und alle gekauft, die es gab.“ Simone lernte Gernot bei einer Interview-Einladung von Marianne Mendt kennen, wo sie das erste Mal einen Song von ihm hörte. „Ich dachte mir: ‚Wow, eine tolle Stimme!‘, und wollte ihn unbedingt auf meinem Christmas-Album haben. So entstand ‚Baby, It’s Cold Outside‘. Ich finde die Harmonie in unseren Stimmen wirklich perfekt.“

Improvisieren macht Spaß

Welche Genres würden sie für ein Konzert ohne Jazz wählen? „Bei mir wäre es eine Auswahl aus von mir geliebten Musicalmelodien, ich bin ja gelernter Musicaldarsteller“, so Gernot. Simone hingegen würde so große Pop-Klassiker wie etwa „First of May“ von den Bee Gees, „Just the Way You Are“ von Billy Joel, „Imagine“ von John Lennon oder auch Billie Eilish musikalisch neu interpretieren. „Es ist immer total spannend, was man da draus machen kann – und wenn sich dann zwischendurch auch ein Jazz-Solo hineinverirrt“, erklärt Simone begeistert.

Unheimlich spannend wird es, wenn Simone auf der Bühne improvisiert und mit ihrer Stimme zu spielen beginnt. Auf meine Frage, wie Gernot damit umgeht, erfahre ich: „Improvisation ist nichts, was man notiert und arrangiert hat, macht aber unglaubliche Freude. Wenn es gelingt, ist man wahnsinnig happy, wenn ein kleiner Fehler passiert, versucht man alles, damit das Publikum nichts merkt“, schmunzelt Gernot. Simone findet dieses Improvisieren deshalb so cool, weil man meistens die letzte Phrase vom anderen übernimmt und etwas weiterspinnt. „Das ist für mich bei jedem Konzert ein bisschen ein Highlight.“ Dafür ist natürlich eine absolute Harmonie zwischen beiden notwendig. „Das ist eine Sprache, die wir beide gelernt haben und die wir, ohne es geplant zu haben, wirken lassen.“

Statement für pure Musik

Wichtig war den beiden Künstlern auch, ihr Album „altmodisch“ aufzunehmen, also mit der Band im Studio. „Beim Jazz geht sehr viel über Abmachung und kundige Menschen können einiges zustande bringen“, erklärt Gernot. „Jetzt haben wir uns Gedanken gemacht, geplant, geübt und arrangiert für unser großes Ziel, ein Live-Konzert im Studio aufzunehmen.“ Simone verrät noch, dass während des Aufnahmeprozesses ein unglaublicher Flow herrschte und sie fast die gesamte Platte an einem Tag aufnehmen konnten. „Es ist ein kleines Manifest gegen den Zeitgeist: Wir sind sehr analog und sehr handgemacht orientiert und es ist auch ein State­ment für pure Musik, einfach so, wie sie aufgenommen wurde.“

Die beiden großartigen Musiker haben eine – wie Gernot meint – begründete Angst vor dem Missbrauch von KI. „Es gibt ja Streaming-Plattformen, auf denen schon die Hälfte des Streaming-Materials KI-generierte Musik ist. Ich habe mir gedacht, man wird mit den Möglichkeiten von KI den Hunger verhindern, Krebs heilen und Frieden auf die Welt bringen. Aber dass Urheberrechte negiert und Musik missbräuchlich verwendet wird, macht Angst und empört mich sehr“, meint er offen. Erst ein paar Tage zuvor wurde unter Simones Namen auf Spotify ein Song veröffentlicht, zu dem sie nie ihre Zustimmung gegeben hatte.

Cover von "You wonderful you" von Simone Kopmajer & Viktor Gernot
Eine liebevolle Hommage an die großen Melodien des 20. Jahrhunderts. Das Konzept „Strictly Duets“ stellt den musikalischen Dialog kompromisslos in den Mittelpunkt: aufgenommen live im Studio, getragen von spontaner Interaktion und echter musikalischer Nähe. Klassiker wie „Come Fly with Me“ oder „Take Five“ treffen auf seltene Perlen und persönliche Eigenkompositionen. © Reithofer Media

Gegenseitiger Respekt

Und was schätzen sie persönlich am jeweils anderen? „Gernot ist nicht nur ein großartiger Musiker, vor dem ich große Ehrfurcht habe. Er ist auch abseits der Musik ein irrsinnig lebenswürdiger Mensch, auf den man sich voll verlassen kann, der zu seinem Wort steht und der ein gutes Herz hat.“ Für Gernot ist Simone eine Zusammenhalterin und eine Erschafferin. „Beginnend bei ihrem kleinen Familienverband bis zu all den musikalischen Projekten, die sie ins Leben ruft. Und ich bin jetzt eines davon und nehme das dankbar an. Sie schafft eine Atmosphäre, in der man sich wertgeschätzt, wahrgenommen und willkommen fühlt. Sie ist eine Persönlichkeit, die man sofort wahrnimmt, die macht, was sie machen will, und wir dürfen daran teilhaben und mit ihr auf die Reise gehen.“

Auf alle Fälle gehen sie mit „You Wonderful You“ jetzt einmal auf die Reise, die sie am 28. Juli auch auf die Kasematten in Graz führt. „Wir hatten gemeinsam schon viele zauberhafte Konzerte, aber jetzt gehen wir erstmalig mit einem richtigen Album-Konzept auf die Bühne und sind neugierig auf die Reaktion des Publikums.“

Termine von Simone Kopmajer & Viktor Gernot

  • 19.7.2026
    Burg Perchtoldsdorf Open Air (NÖ)
  • 28.7.2026
    Kasematten Graz (Stmk)
  • 28.8.2026
    Mödling St. Othmar (NÖ)
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