Im Bild zu sehen ist eine Menschengruppe in einer Disko und eine Vortragende

Business darf tanzen: Ein einzigartiges Netzwerkformat

Im Interview mit Kommunikationsexpertin Silvia Faulhammer über die Success Soirée.

3 Min.

© Lukas Anzinger


Für Kommunikationsexpertin Silvia Faulhammer ist Sisterhood ein zentraler Wert. Deswegen hat sie die Success Soirée Salzburg ins Leben gerufen und lädt Businessfrauen zu einem besonderen After-Work-Event ein, das Networking, Inspiration und Feierlaune auf einzigartige Weise verbindet.

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Portraitbild von Silvia Faulhammer in rotem Anzug, sitzend und gefaltete Hände vor Gesicht
© Silvia Faulhammer / Verena Schierl

Was hat dich dazu inspiriert, die Success Soirée Salzburg ins Leben zu rufen?
Silvia Faulhammer: Ganz ehrlich: aus Frust! Ich habe Netzwerkveranstaltungen immer gehasst. Klassische Netzwerkformate mochte ich zudem nie – und ich war mir ziemlich sicher, damit nicht allein zu sein. Dieses steife Pitchen, das Visitenkarten-Getausche, das Dauerlächeln. Nach außen hin perfekt. Genau hier entstand der Gedanke: Wenn sich Netzwerken so falsch anfühlt, liegt das vielleicht nicht an mir, sondern am Format. Ich wollte außerdem Räume schaffen, in denen Frauen sich wirklich begegnen statt sich präsentieren.

Warum fällt es vielen Frauen schwer, aktiv Netzwerke aufzubauen und zu nutzen?
Weil viele Formate schlicht nicht zu uns passen. Studien zeigen zudem: Frauen netzwerken bewusster, emotionaler und selektiver. Wir suchen Tiefe statt Taktik. Wir wollen Vertrauen, nicht Visitenkarten. Doch viele Businessevents sind auf Konkurrenz ausgelegt – auf Performance statt Verbindung. Das Problem ist also nicht, dass Frauen nicht netzwerken können. Sie tun es nur anders. Und genau das gilt es sichtbar zu machen.

Viele Events richten sich an Businessfrauen – was macht die Success Soirée Salzburg so besonders?
Ich glaube an Netzwerke, die sich nicht wie Arbeit anfühlen. Bei mir wird gelacht, getanzt, diskutiert, inspiriert – und manchmal auch einfach nur gelauscht. Die Success Soirée ist außerdem kein Businessevent. Sie ist eine Bewegung. Da stehen 160 Frauen unter der Discokugel, hören ehrliche Geschichten von Mut, Zweifeln und Neubeginn – und spüren plötzlich: Ich bin nicht allein. Das ist der Unterschied. Wir performen nicht. Wir begegnen einander. Und in dieser Echtheit liegt die Kraft.

Sisterhood ist ein zentraler Wert deiner Events. Warum ist genau das so wichtig?
Sisterhood bedeutet Zugehörigkeit. Wir wollen dazugehören. Es geht zudem um Miteinander und Füreinander. Denn Zugehörigkeit ist ein Grundbedürfnis – tief in uns verankert. Schon zu Säbelzahntigerzeiten hat sie unser Überleben gesichert, heute sichert sie unser seelisches Wohlbefinden. Und genau da liegt der Knackpunkt: Viele Frauen spüren, dass ihnen dieses Gefühl fehlt – dieses „Ich gehöre dazu“. Was wir brauchen, sind nicht mehr Ellenbogen, sondern mehr Verbindung. Mehr Sisterhood. Mehr Miteinander. Weniger Gegeneinander. Und Räume, in denen wir uns wirklich sehen – mit allem, was uns stark macht und auch verletzlich sein lässt.

Mehr über die Autorin dieses Beitrags

Elisabeth Trauner
© Privat

Elisabeth Trauner ist Redakteurin bei Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne neue Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.

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