Alfons Haider mit seiner Mutter Anna

Alfons Haider: Meine Mama, die Löwin

Eine Liebe, die bleibt

5 Min.

© Privat

Als Alfons Haiders Mutter Anna im Jahr 2023 starb, trauerte ein ganzes Land mit dem beliebten Schauspieler und Moderator. Nun erzählt er erstmals die ganze Geschichte dieser außergewöhnlich engen Beziehung – eine sehr persönliche Liebeserklärung.

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In seinem neuen Buch „Meine Mama, die Löwin“ beschreibt Haider das entbehrungsreiche Leben einer Frau, die alles für ihren Sohn gab, die schwierige Phase seines Coming-outs, gemeinsame Erfolge sowie die letzten Jahre, in denen sich die Rollen umkehrten und der Sohn die Mutter pflegte. Feinfühlig zeichnet Haider das Bild einer Frau, deren Liebe stärker war als alles andere. 

Alfons Haider mit seiner Mutter Anna vor der Salzachbrücke in Salzburg
© Privat

In Wien und Los Angeles zum Schauspieler und Musicaldarsteller ausgebildet, spielte Alfons Haider auf den großen Wiener Bühnen sowie in internationalen TV-Serien, Kino- und Fernsehfilmen. Er moderierte zudem zahlreiche ORF-Sendungen wie den Wiener Opernball, Life Ball, Licht ins Dunkel, Dancing Stars oder die Starnacht am Wörthersee. Seit 2021 ist er Intendant der Seefestspiele Mörbisch. Heute spielt Haider erstmals selbst eine Hauptrolle, nämlich die Zaza in der Musical-Komödie „Ein Käfig voller Narren“, an der Seite von Mark Seibert. 

Nützt jeden Moment mit den Menschen, die ihr liebt. 

Alfons Haider mit seiner Mutter Anna
© Privat

Ihr neues Buch „Meine Mama, die Löwin“ ist eine sehr persönliche Liebeserklärung – was hat Sie dazu bewegt, diese Geschichte zu erzählen? 

Alfons Haider: Viele Menschen kannten meine Mutter, obwohl sie nie in der Öffentlichkeit stand oder diese suchte. Sie war eine einfache Frau, die mit ihrer Natürlichkeit eine starke Persönlichkeit entwickelte. Eine Mutter, wie es sie häufig geben wird, aber trotzdem für mich einzigartig war. Diesen Blick auf die Einzigartigkeit der eigenen Mutter soll dieses Buch beschreiben. 

Sie beschreiben Ihre Mutter als „Löwin“ – was machte sie für Sie zu dieser starken Persönlichkeit? 

Eine sehr frühe Erinnerung ist, dass sie mich in der Volksschulzeit an schneereichen Wintertagen bis zur Straßenbahn getragen hat, damit ich keine nassen Füße bekomme. Warum sie sich das angetan hat, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich aus demselben Grund, warum ich sie die letzten Jahre persönlich gepflegt habe. Heute bezeichnet man das als Helikopter-Eltern. 

Wie hat Ihre Mutter Sie als Mensch geprägt – gibt es Werte, die Sie heute noch von ihr übernommen haben? 

Loyalität, Treue und Humor. Als Kind funktioniert man wie ein Vampir und saugt die guten und schlechten Eigenschaften der Eltern aus. Ich habe viel von meinen Eltern bekommen. Schade, dass ich nicht die Chance hatte, es auch wieder weitergeben zu können. 

Sie beschreiben eine sehr enge Beziehung zu Ihrer Mutter – gab es trotzdem  auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Ihnen? Wie sind Sie beide damit umgegangen und hat sich der Umgang mit Konflikten im  Laufe der Zeit verändert? 

Der größte Konflikt war sicher die Zeit meines Outings vor ihr. Sie hat es aufgrund ihrer Erziehung nicht verstehen können. Aber ab dem Moment, wo ich von außen dafür angefeindet und beschimpft wurde, stand sie zu mir und verteidigte mich wie eine Löwin. 

In den letzten Jahren wurde die Kraft meiner Mutter weniger. Die Krankheit hat sie, auch gegen Ende hin, verändert und wurde für mich oft auch eine Herausforderung. In diesen Momenten bleibt nur die Besinnung auf die Liebe, die nie Zweifel kennt. 

Viele Jahre haben Sie Ihre Mutter intensiv gepflegt – wie hat diese Zeit Sie persönlich verändert? 

Ich bin in dieser Zeit einsamer ge- worden, weil in dieser intensiven Zeit der Pflege kein Platz für eine andere Beziehung gewesen wäre. Ich bereue es jedoch nicht, da ich diese Jahre mit meiner Mutter sonst nie hätte erfahren können. 

Der Tod Ihrer Mutter im Oktober 2023 hat viele Menschen bewegt – wie haben Sie persönlich Abschied genommen? Haben Sie dadurch einen anderen Blick auf Tod, Sterben und Abschied bekommen? 

Natürlich. Der nächste auf der Liste bin dann ich. Man denkt viel über seinen eigenen Tod nach, aber das ist in meinem Alter wahrscheinlich normal, wenn das, was vor einem liegt, deutlich kürzer ist als das hinter einem. 

Ist dieses Buch auch eine Botschaft an alle Mütter – und vielleicht auch an Kinder, die ihre Eltern noch haben? 

Eine Botschaft an die Mütter eher weniger. Aber für alle, die in einem ähnlichen, intensiven Zusammenleben mit ihren Müttern leben, kann es vielleicht helfen, auch schwierige Situationen zu meistern. Was aber für mich unbestritten ist: Nützt jeden Moment mit den Menschen, die ihr liebt. 

ZUM NACHLESEN 

Das Buchcover "Meine Mama, die Löwin" von Alfons Haider - mit Bild von Alfons Haider und seiner Mutter Anna
© Buchcover edition a Verlag

„Meine Mama, die Löwin“ von Alfons Haider
edition a GmbH Verlag
ISBN: 978-3-99001-906-1
€ 26,– 

Mehr über die Autorin dieses Beitrags

Elisabeth Trauner
© Privat

Elisabeth Trauner ist Redakteurin bei Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne neue Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.

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