Patricia Aulitzky: Frey ermittelt!
Die beliebte Schauspielerin im Interview über Karriere und Erfolg
© Vanessa Hartmann
Patricia Aulitzky zählt zu den erfolgreichsten österreichischen Schauspielerinnen ihrer Generation. Nach ihrem Durchbruch als Falcos Ehefrau im Kinofilm „Falco – Verdammt, wir leben noch!“ begeisterte sie das Publikum in zahlreichen Produk- tionen, darunter auch als Titelheldin der erfolgreichen ZDF-Reihe „Lena Lorenz“. Nun ermittelt sie als unkonventionelle Kommissarin Ludovika „Lu“ Frey in „Die Toten von Salzburg“. Wir haben sie bei den Dreharbeiten getroffen und mit ihr über Karriere, Fa milie und ihre persönliche Definition von Erfolg gesprochen.
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Sie sind in Salzburg geboren. Wie fühlt es sich an, ausgerechnet in einer Krimireihe mitzuspielen, die in Ihrer Heimatstadt angesiedelt ist?
Patricia Aulitzky: Es ist sehr schön, weil es mich an Plätze meiner Kindheit erinnert und ich zudem auch neue Plätze durch diese Krimireihe kennen lernen darf, die ich noch nie gesehen habe. Ich bin an sich nicht mehr oft in Salzburg, und es freut mich, alte Freund:innen zu treffen. Obwohl ich sagen muss, dass ich mir immer viel mehr vornehme, als ich dann tatsächlich schaffe. Mein Sohn ist während meiner Dreharbeiten in Wien und ich versuche dann schon, möglichst schnell nach Dreharbeiten wieder bei ihm in Wien zu sein.

Ihre Figur Ludovika „Lu“ Frey bringt eine besondere Dynamik ins Ermittlerteam. Was reizt Sie an dieser Rolle?
Ich denke das schöne an diesem Format ist, dass es auch einen gewissen Humor mit sich bringt. Es gibt ja Krimis wie Sand am Meer, aber was diese Krimireihe unterscheidet, und das versuchen wir auch in meine Figur zu integrieren, ist eine Art von Humor und Leichtigkeit als Kontrast.
Das ist lustig zu spielen, man kann den Schmäh rennen lassen, bisschen frech sein können – was total gut funktioniert zwischen der Figur Lu Frey und Herrn Mur. Man allerdings muss schauen, dass man diese Linie nicht ausreizt, damit es nicht zum Klischee wird, aber macht gleichzeitig auch Spaß hier etwas zu improvisieren und zu schauen, wo die Reise hingeht.
Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Ihrer Figur Lu Frey? Wie viel von Ihnen steckt in dieser Rolle?
Es ist für mich eine Rolle. Ich versetze mich in Rollen, das ist mein Beruf. Außer dass wir beide Salzburgerinnen sind und ich auch so direkt bin, wie die Figur, die ich spiele, haben wir ansonsten nicht viel gemeinsam.
Worauf dürfen sich die Zuschauer:innen in der neuen Folge besonders freuen?
Wir drehen ausnahmsweise zwei neue Filmen – bei dem einen geht es um Exorzismus, das ist schon sehr speziell und bei dem anderen geht es um Jagd. Mehr kann und darf ich noch nicht sagen.
Wie gelingt es Ihnen, Beruf, Reisen und Familie miteinander zu verbinden?
Ich würde sagen, ich versuche es zu trennen. Es ist logistisch schon manchmal ein längerer Act und es ist gut, einen Partner zu haben, der einen hier unterstützt. Aber man braucht generell ein Netzwerk an Menschen, die einen helfen.
Was sagt ihr Sohn dazu, dass seine Mama Schauspielerin ist?
Er findet es toll und manchmal natürlich weniger, wenn es mal Zeiten gibt, wo ich weniger da bin. Aber es ist wichtig, dass man auch den Söhnen dieser Generation beibringt, wie es ist, eine in ihrem Beruf glücklich arbeitende Mutter zu haben. Weil das ist einfach der moderne Alltag für viele und ich war nie jemand, der gesagt hat, dass ich nur Zuhause mit dem Kind bin – was natürlich auch vollkommen ok ist. Es soll jeder selbst entscheiden können. Ich empfinde es als eine Lernkurve für mich und mein Kind.
Wenn Sie auf Ihre bisherige Karriere zurückblicken: Gibt es eine Rolle, die Sie als Ihren persönlichen Wendepunkt bezeichnen würden?
Einer der ersten größeren Rolle am Anfang war, die Frau von Falco zu spielen. Da war ich sehr jung und unerfahren. Das war sicher eine große Herausforderung, die mich auf eine gewisse Weise geprägt hat. Ich überlege mir oft, wenn ich diese Rolle heute spielen würde, was würde ich anders machen, oder auch nicht. Gleichzeitig war es nach diesem großen Kinofilm, der erfolgreich war, dass ich gar keine Jobangebote hatte. Das kommt ja auch manchmal vor, dass man dann in große Selbstzweifel verfällt und an sich zweifelt. Auch das prägt einem in der weiteren Karriere.
Es gibt immer Wellenbewegungen im Leben, man soll offen bleiben und sich mit Kritik, Öffentlichkeit und anderen Dingen ein dickeres Fell zuzulegen. Gewisse Dinge sind mir früher schwerer gefallen als jetzt. Jetzt bin ich 20 Jahre im Geschäft und weiß schon ganz gut, was auf mich zukommt. In manchen Dingen wird man routinierter und das finde ich sehr schön am Älterwerden. Dafür plädiere ich auch, dass ältere Frauen in jeglichen Berufen mehr eingesetzt, gefordert und gefördert werden. Diese Expertisen sollten sichtbar und wertgeschätzt werden.
Gibt es eine Lebensentscheidung, für die Sie heute besonders dankbar sind?
Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich meinen Sohn bekommen habe. Trotz meiner anfänglichen Bedenken und Ängste, wie es dann beruflich für mich weitergehen sollte und wie ich alles unter einen Hut bringen soll. Aber diese Entscheidung möchte ich nicht missen.
Was bedeutet Erfolg für Sie heute – und hat sich diese Definition im Laufe der Jahre verändert?
Erfolg ist immer relativ. Wie wir alles wissen, kann man im Beruf erfolgreich sein, aber was bringt das einem, wenn es einem gesundheitlich nicht gut geht. Wenn hier bei uns Umstände herrschen würden, wie in manchen Kriegsgebieten, wäre auch der tollste Film egal. Was ich damit sagen möchte ist, dass Erfolg für mich etwas ganzheitlicheres geworden ist. Früher war ich fokussiert auf gute Filme und Projekte, die ich machen möchte. Interssante Rollen, die ich spielen möchte. Das ist es natürlich nach wie vor, aber es gehört mehr dazu. Es gehört auch dazu, dass es meiner Familie gut geht, dass ich für mein Kind da sein kann.
Haben Sie eine Lebensphilosophie?
Manchmal ist es einfach Step-by-Step. Es kann nicht alles immer nur Schwarz-Weiß sein, weder im Leben noch in Gesprächen, noch in Entscheidungen. Manchmal muss man einfach Schritt für Schritt gehen. Es mag vielleicht altbacken klingen, aber manchmal ist das Weg das Ziel.
Mehr über die Autorin dieses Beitrags

Elisabeth Trauner ist Redakteurin bei Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne neue Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.