Die Gewinnerinnen des 3. Platzes des Ö3 Podcast Award: Sophia Plätzer und Steffi Harms

Sophia Plätzer: Ihr Leben und ihre Karriere

Auf Erfolgskurs

6 Min.

© NIKLAS STADLER | www.niklasstadler.at

Vom Märchenfilm mit der kleinen Schwester bis auf die Bühne und vor das Mikrofon: Sophia Plätzer lebt ihre Kreativität in den unterschiedlichsten Facetten aus. Ob als Schauspielerin, Podcasterin oder vielleicht schon bald auch als Autorin und Regisseurin – die gebürtige Salzburgerin folgt konsequent ihrer Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen.

Gemeinsam mit Steffi Harms begeistert sie mit ihrem Podcast Ketchup with a Friend eine stetig wachsende Community und wurde dafür beim Ö3-Podcast-Award 2026 mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Im Interview spricht Sophia über Heimat, Humor, persönliche Herausforderungen und darüber, warum Freundlichkeit für sie mehr ist als nur ein nettes Motto.

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Du hast eine sehr vielseitige künstlerische Laufbahn. Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass du kreativ arbeiten willst?

Ich habe schon als kleines Kind das Geschichtenerzählen als kreatives Outlet genutzt. Meine Eltern hatten eine kleine Videokamera, das hat mich sofort inspiriert, alle Märchen, die ich kannte, zu verfilmen. Ich habe mir meine kleine Schwester geschnappt, die zu der Zeit noch ein Baby war, sie als Prinzessin drapiert, während ich alle anderen Rollen gespielt habe – vom bösen Wolf bis hin zu jedem einzelnen der sieben Zwerge. Ich glaube, ich habe einfach nie ganz aufgehört, ein Kind zu sein.

Porträtfoto von Schauspielerin Sophia Plätzer. Sie hält einen in Papier eingewickelten Blumenstrauß
© Sophia Plätzer Maxime Evangelista & WHYAT

Du bist gebürtige Salzburgerin. Was verbindest du mit deiner Heimat? Gibt es etwas, das dich geprägt hat?

Wenn ich an Salzburg denke, denke ich ganz klar an meine Familie und die wunderbare Natur. Ich denke an die Wiesen und den Wald rund um mein Kindheitszuhause und auch ganz viel an das Haus mit Pool meiner Großeltern. Ich weiß, dass sich alle immer beschweren, dass es in Salzburg so viel regnet, aber wenn ich an meine Heimat denke, kommen mir fast immer nur Erinnerungen an sonnige Sommertage. Da werde ich gleich ganz sentimental.

Gemeinsam mit der Pinzgauerin Steffi Harms hast du den Podcast „Ketchup With A Friend“ gegründet. Wie ist die Idee dazu entstanden? Um was geht es bei eurem Podcast?

Die Initialzündung hatte definitiv Steffi. Wir haben bemerkt, dass wir auf Partys oder bei Abendessen oft den ganzen Tisch unterhalten, einfach nur, wenn wir miteinander Quatsch gemacht haben. Da haben wir uns gedacht: Das können wir mit mehr Leuten teilen. Freude ist etwas, das mehr wird, wenn man sie teilt. Es geht in unserem Podcast eigentlich um alles, was uns bewegt. Das ist mal ganz banal und lustig, und mal recherchieren wir zu wichtigeren Themen.

Ihr habt beim Ö3-Podcast-Award 2026 überraschend den 3. Platz erreicht – was ist euch in dem Moment durch den Kopf gegangen?

Das war ehrlich gesagt ein „Brain empty“-Moment. Wir haben tatsächlich gar nicht damit gerechnet, vor allem weil wir als Podcast zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Jahr alt waren. Als es dann verkündet wurde, hat sogar ein bisschen Panik bei uns eingesetzt, weil wir davor noch gescherzt hatten, dass wir im Falle eines Sieges gar keine Dankesrede vorbereitet hätten. Und dann war die Situation auf einmal tatsächlich da. Letztendlich haben wir uns aber einfach unendlich gefreut und waren grenzenlos dankbar.

Was glaubst du, macht euren „Laberpodcast“ so besonders, dass er sich gegen viele etablierte Formate durchsetzen konnte?

Wir sind zu 100 % authentisch. Das können wir unserer Community versprechen. Wir verbiegen uns auf keinen Fall und reden einfach genau so, wie wir privat auch miteinander plaudern. Das spüren unsere Zuhörer:innen ganz klar. Bei uns gibt es quasi keine Cuts. Wenn etwas schiefgeht oder es Versprecher gibt, sprechen wir das einfach offen an, lachen drüber und machen weiter. Die wenigen Schnitte, die es bei uns gibt, passieren nur wegen technischer Fehler.

Gibt es eine Folge im Podcast, die für dich persönlich besonders wichtig oder emotional war?

Ja, in gewisser Weise liegen mir alle Folgen sehr am Herzen. Aber eine Folge, mit der wir ein bisschen gehadert haben, war die „Men’s Mental Health“-Folge. Wir sprechen viel über Frauenthemen, patriarchale Strukturen und darüber, was sie mit uns machen. In dieser Folge wollten wir aber einmal dem anderen Geschlecht die Hand reichen und ansprechen, wie auch Männer unter einem toxisch-patriarchalen System leiden. Das war letztes Jahr anlässlich des Pride Month, der zeitgleich auch der Men’s Mental Health Month ist. Diese Themen gehen Hand in Hand und sollen nicht gegen-, sondern miteinander arbeiten.

Wenn du auf deine bisherige Karriere zurückblickst: Welche Entscheidung war ein echter Wendepunkt für dich?

Die Entscheidung, mich auf der Schauspielschule anzumelden. Das war für mich mein „Okay, ich mache das wirklich.“-Moment. Selbst wenn ich mich jetzt gegen ein Leben als Berufsschauspielerin entscheiden würde, habe ich während meiner Schauspielausbildung so viele wichtige Skills für mein ganzes Leben gelernt, die ich nicht missen möchte. Ich habe dort gelernt, mich selbst zu schätzen, ungesunde Scham abzulegen und einiges an Selbstbewusstsein dazuzugewinnen.

Was war bisher deine größte berufliche Herausforderung oder ein Rückschlag, aus dem du viel gelernt hast?

Jedes Casting, das nicht aufgeht, ist für mich ein wichtiger Prozess auf meinem Weg. Manchmal gibt es Jobs, die man unbedingt will, für die man dann aber einfach nicht gepasst hat. Da ist es für mich sehr wichtig – und oft nicht so einfach –, zu abstrahieren, dass ich nicht persönlich als Mensch abgelehnt wurde, sondern dass es an den unterschiedlichsten Faktoren liegt, die gar nichts mit mir zu tun haben müssen. Es stimmt, dass jede Tür, die sich schließt, eine andere öffnet. Man muss nur mutig genug sein, dann auch durchzugehen.

Wo möchtest du deine Karriere in den nächsten Jahren konkret hinentwickeln? Gibt es Ideen oder bereits konkrete Pläne?

Ich möchte auf jeden Fall den Podcast gemeinsam mit Steffi erweitern, aber auch in der Schauspielbranche bleiben – vielleicht auch in einer anderen Rolle. Ich durfte unlängst in einem tollen Kindermusiktheater mitspielen, das mich sehr inspiriert hat, selbst so ein Projekt zu starten und einmal als Autorin und Regisseurin zu fungieren. Das wäre mir eine große Freude! Etwas für Kinder zu kreieren, ist für mich besonders schön, das ist dann quasi „back to the roots“. Es gibt kein ehrlicheres Publikum.

Hast du ein Lebensmotto, eine Philosophie, die dich durch dein Leben begleitet?

Es klingt sehr simpel, aber am Ende des Tages ist es immer: „Be kind.“ Ich beobachte gerade auch in meiner Generation eine große Welle des Individualismus und höre oft den Satz: „Ich schulde niemandem was.“ Ich selbst glaube auch, dass es nicht um Schuld geht, sondern um eine Verantwortung unseren Mitmenschen gegenüber. Gerade in einer Zeit, in der wir als Gesellschaft so gespalten sind, ist es unsere Verantwortung, wieder aufeinander zuzugehen, auch wenn das einen manchmal Überwindung kostet. Schaut’s aufeinander!

Mehr über die Autorin dieses Beitrags

Elisabeth Trauner
© Privat

Elisabeth Trauner ist Redakteurin bei Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne neue Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.

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